„Ich bin doch unschuldig, mir kann ja nichts passieren." Diesen Satz höre ich regelmäßig. Und ich verstehe ihn. Wer weiß, dass er nichts getan hat, geht davon aus, dass das reicht. Dass die Wahrheit schon ans Licht kommt. Dass die Gerechtigkeit von allein siegt. Aber so funktioniert ein Strafverfahren nicht.
Vor Gericht zählt die Beweislage, nicht Ihr Gefühl
Am Ende eines Strafverfahrens zählt nicht, was wirklich passiert ist. Es zählt, was in der Akte steht. Was Zeugen sagen, auch wenn sie sich irren. Was Beweise nahelegen, auch wenn sie ein falsches Bild zeichnen. Richterinnen und Richter urteilen nicht nach Ihrem guten Gewissen, sondern nach dem, was ihnen vorliegt.
Genau hier wird es gefährlich: Wer naiv in eine Einvernahme oder Verhandlung geht, ohne Strategie, ohne Vorbereitung, ohne Verteidigung, verlässt sich auf ein Gefühl. Und erlebt oft ein böses Erwachen.
Wie Unschuldige sich selbst belasten
Es klingt paradox, passiert aber ständig: Gerade wer unschuldig ist, redet zu viel. Er will richtigstellen, erklären, mithelfen. Und gibt dabei Spielraum für neue Themenfelder. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Mandant erzählte bei der Polizei detailliert, wie ein Diebstahl abgelaufen war, den ein anderer begangen hatte. Das Ergebnis: Ihm wurde unterstellt, davon gewusst zu haben. Er fand sich als Beitragstäter in einer Anklage wieder, obwohl er nicht der Täter war.
„Die Selbstbelastung fängt dort an, wo ich auf eine Frage antworte und Spielraum gebe für andere Themenfelder.“Martin Fürthaler, Strafverteidiger Wien
Unschuld muss man sichtbar machen
Unschuld zu behaupten genügt nicht. Man muss sie strategisch sichtbar machen. Das heißt: Beweise einordnen. Zeugenaussagen hinterfragen. Lücken und Widersprüche in der Anklage aufzeigen. Und zwar von Anfang an, nicht erst, wenn die Hauptverhandlung schon läuft.
Konkret bedeutet das in der Verteidigung:
- Der Akt zuerst: Bevor Sie irgendetwas aussagen, muss klar sein, was Ihnen konkret vorgeworfen wird und welche Beweise es gibt.
- Die Strategie danach: Auf dieser Basis wird entschieden, ob, wann und was Sie aussagen: konsistent und durchdacht.
- Die Beweisführung während des ganzen Verfahrens: Wir sorgen dafür, dass die Beweise für Sie sprechen und nicht gegen Sie.
Der teuerste Fehler: warten und hoffen
Wer unschuldig ist, neigt dazu, das Verfahren auszusitzen: „Das klärt sich schon." Aber jede Woche ohne Strategie ist verlorenes Terrain: Aussagen werden protokolliert, Weichen gestellt, Fristen laufen. Je früher die Verteidigung den Fall kennt, desto mehr lässt sich noch lenken.
Verlassen Sie sich nicht auf Ihr gutes Gewissen. Rufen Sie an. Ich sage Ihnen ehrlich, wie Ihre Lage aussieht und wie wir Ihre Unschuld sichtbar machen.
Kostenlos anrufen: 0664 184 49 97Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine rechtliche Beratung im Einzelfall.